| 19.09.2011

J22 - GER 1513, Reinhold Groß, Dirk Sundermann, Thomas Hanf
Es ist wirklich etwas Besonderes, mit allen olympischen Klassen die holländische Meisterschaft auszutragen. Da kamen Erinnerungen an die ursprüngliche Kieler-Woche auf, in der ebenfalls gemeinsam die olympischen und internationalen Klassen zu den Regatten ausliefen. Mit auf unserer Bahn waren die Klassen Finn und Starboot am Start, was gut miteinander harmonierte.
Das negative am ersten Wettfahrttag war die Fehleinschätzung der UV-Belastung, denn die Sonne lies unsere „Näschen“ am Abend in leuchtendem Rot erscheinen. Die Erkenntnis, dass unser Boot problemlos die Geschwindigkeit und Höhe der Erstplatzierten mithalten konnte tröstete über die Tatsache hinweg, dass wir wohl einige Winddreher nicht mitbekommen hatten. Bei Stegbier (hatten wir aus Deutschland mitgebracht) und Knabber-Gebäck wurden diese ausgiebig auf holländisch, englisch, deutsch und französisch diskutiert.
Hochmotiviert unser Ziel (einen einstelliges Gesamtergebnis) zu verwirklichen griffen wir am zweiten Wettkampftag an. Drei wirklich passable Starts, und mit guter Geschwindigkeit und Höhe unterwegs, aber wieder nicht immer in die richtige Richtung . . . Mit den Ergebnissen 13, 11 und 8 traten wir zu unserer Zielerreichung lediglich auf der Stelle.
Alle Energie steckten wir in die letzten zwei Läufe. Wieder (ich weiß, Eigenlob stinkt) sehr guter Start, aber eine Fehleinschätzung am Luv-Fass erforderte einen 360Grad-Kringel und brachte ein Streichergebnis - Platz 14. Vor dem letzten Lauf drehte der Wind erst nach Ost, dann nach West. Mit der Kalkulation auf den Rückdreher starteten wir im Lee vom Feld an der Tonne. Wieder Topspeed und absolut konkurrenzfähige Höhe, aber der Wind drehte nicht zurück, sondern immer weiter nach rechts. Platz 15 - damit hatten wir endlich unseren wirklichen „Streicher“ gesegelt, und sind „als Held vom Mittelfeld“ auf Platz 11 geblieben.
Noch auf dem Weg zum Kran haben wir beschlossen, beim Spring-Cup 2012 mit gleicher Mannschaft die „Schmach“von Medemblik zu tilgen“. Ich hoffe, dann auch mit weiteren Booten der deutschen Flotte, denn mit Blick auf die Saison 2011 ist es für mich schwer zu verstehen, warum wir das einzige Boot waren, dass auf den Traumrevieren wie Stellendam, Zierikzee und Medemblik angetreten ist.
Reinhold Groß, GER 1513
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